Start Linux
Linux
Was passiert bei Linuxsystemstart
Geschrieben von: Sven Klingen   
Sonntag, den 24. Januar 2010 um 08:54 Uhr

Was passiert bei Linuxsystemstart

Was passiert eigentlich genau, wenn Linux startet?

Wird ein PC eingeschaltet, ist das erste was verarbeitet wird das Basic Input Output System, welches hardwareseitig die Ressourcenverwaltung übernimmt. Dadurch wird der vorhandenen Hardware jeweils eine Adresse zugeteilt über die Sie ansprechbar ist. Ich will mich hier aber nicht mit dem BIOS auseinandersetzen, sondern mit dem Linux Startvorgang. Nachdem nun das BIOS abgearbeitet wurde, wird der Bootloader geladen. Das ist ein kleines Programm, dass sich meistens in den ersten Sektoren einer Festplatte befindet (der sogenannten Master Boot Record = MBR). Im Falle von Linux ist dies meist entweder Lilo oder Grub. Es folgt dann die Auswahl des zu startenden Betriebssytems (wenn mehrere installiert sind). Hiernach wird der entsprechende Kernel geladen und er übernimmt die Kontrolle des Rechners inklusive der Ressourcenverwaltung. Er stellt auch die notwendigsten Treiber für die Hardware bereit. Dann wird das Rootfilesystem eingebunden, in dem sich das Verzeichnis "/sbin" befindet. Nun wird aus diesem Verzeichnis das Programm "init" gestartet, dessen Konfigurationsdatei sich in "/etc" befindet und "inittab" heißt. Darin enthalten sind weitere Information, wie das System zu starten ist, welche Dienste bereitgestellt werden und welche Festplattenpartitionen beim Start automatisch eingebunden werden. Dann folgt die Auswahl des "Runlevels" was vereinfacht bedeutet, welcher Art die Benutzerumgebung (grafisch oder textbasiert) sein soll, die gestartet wird. Abhängig vom gewählten "Runlevel" sind auch die gestarteten Dienste. Die einzelnen Dienste werden über "shellscripts" gestartet. Ein manuelles starten, stoppen oder neustarten von Diensten im laufenden Betrieb ist ebenfalls möglich. Die entsprechenden Scripte befinden sich in "/etc/init.d/".

Fragen die häufig in Verbindung mit dem Startvorgang von Linux auftauchen:

Wie starte ich Linux im grafischen/textbasierten Modus?

In der Datei "/etc/inittab" einfach den entsprechenden Default-Runlevel ändern, wobei 3 für textbasiert und 5 für grafisch steht.

Ich will Linux von meiner Platte löschen, aber der Bootloader lässt sich nicht installieren. Was kann ich tun?

Es gibt mehrere Möglichkeiten:

1. Mit einer alten win9x startdiskette das System booten und in der DOS-Umgebung den Befehl "fdisk /mbr" eingeben. Dies überschreibt den MBR und der Bootloader ist gelöscht.

2. Mit Lilo als Bootmanager und einer entsprechenden Live-Distribution wie z. B. Knoppix, lässt sich mit dem Befehl "lilo -M /dev/hda -s /dev/null" leer überschrieben werden.

2. unter Linux besteht die Möglichkeit, den Bootsector mit Nullen zu überschreiben, was den gleichen Effekt hat. Dies erreicht man mit dem Befehl "dd if=/dev/zero of=/dev/sda bs=512 count=1" ABER ACHTUNG!!! ALLE PARTITIONSDATEN WERDEN HIERBEI GELÖSCHT!!! Nur als absolute Notlösung zu empfehlen.

 
Linux Distributionen
Geschrieben von: Sven Klingen   
Sonntag, den 24. Januar 2010 um 08:47 Uhr

Distributionen


Definition:

Eine Distribution ist eine Zusammenstellung von Software, die als Komplettpaket weitergegeben wird. Die Gründe dafür können verschieden sein. Ein typisches Beispiel sind Software-Komponenten, die nur dann sinnvoll genutzt werden können, wenn sie gemeinsam mit anderer Software installiert werden, oder weil ein Programm vom Vorhandensein anderer Programme abhängig ist, um gestartet werden zu können. Es kommt auch häufig vor, dass ein Distributor der Zusammenstellung eigene Besonderheiten mitgibt, die es in dieser Form nirgendwo anders gibt.

Vor allen Dingen im Bereich der Freien Software wird dieses Konzept häufig genutzt. So gibt es Linux-Distributionen ebenso wie BSD-Betriebssystem-Distributionen und Distributionen freier DOS-Versionen. Der Vorteil für den Distributor liegt darin, dass er die quelloffene Software nahezu beliebig anpassen kann. So entsteht auch häufig die Situation, dass es für ein und dieselbe Software verschiedene Distributionen gibt. Diese basieren dann auf den gleichen Quelltexten, haben aber spezifische Eigenheiten in der Installation, im Erscheinungsbild (Look-and-Feel), in der konkreten Programmauswahl, im Design, etc. (Quelle: Wikipedia)

Was für den Einstieger jedoch sehr verwirrend sein dürfte, ist die Vielzahl der unterschiedlichen Distributionen. Was hier im ersten Moment wie eine Welle über einen herein bricht, der gerne mal was anderes als das Betriebssytem des Weltmarktführers ausprobieren möchte, wirkt sehr unübersichtlich. Da der Linuxneuling noch garnicht weiß, wo die Unterschiede liegen oder meist noch nicht einmal den genauen Einsatzzweck seines Betriebssytems kennt, wird er auch nicht wissen welche Distribution für Ihn die passende ist. Weiterhelfen kann hierbei die Seite http://www.distrowatch.com

Die meisten Distributionen sind für spezielle Einsatzzwecke optimiert. so gibt es z. B. Distirbutionen die für den Einsatz als Serverbetriebssystem optimiert sind, andere Zielen auf den Einsatz auf dem Desktop ab. Wieder andere sind sog. Live-Distrbutionen, was bedeutet, dass nichts auf der Festplatte installiert werden muss, sondern das ganze System von CD läuft oder komplett im Arbeitsspeicher ausgeführt wird. Wieder andere sind dafür optimiert worden, alter Hardware die im Keller steht und herumgammelt wieder Leben einzuhauchen. Es muss nämlich garnicht immer die neueste Hardware gekauft werden. Um gemütlich im Internetsurfen zu können, Emails oder Briefe zu schreiben, genügt ein alter Rechner mit 200 MHz und 64 MB Arbeitsspeicher locker (vorausgesetzt man verabschiedet sich von dem bislang darauf installierten Betriebssytem). Die Vielfalt der Distributionen ist so groß (oder noch größer) wie die möglichen Einsatzzwecke.

Grundlegende Gemeinsamkeiten weisen jedoch alle Distributionen auf.

 

Kubuntu

 


Mittlerweile ist eine neue Version von Kubuntu verfügbar. Dieser bericht bezieht sich auf Kubuntu 6.06 Dapper Drake. Dieses Release ist veraltet, die Informationen dieses Artikel besitzen jedoch eher einen allgemein gültigen Character.


Kubuntu ist eine auf Debian basierende Linuxdistribution, die auf den Einsatz auf Desktoprechnern abzielt (also quasi für den Endverbraucher, der mit seinem System arbeiten möchte, anstatt zu wissen was warum wie funktioniert).

Ich muss zugeben, dass Kubuntu ein großer Schritt in die richtige Richtung ist. Einzig ein Handbuch fehlt. Dies ist aber nicht weiter tragisch, solange man einen Internetanschluss besitzt, denn die User helfen sich gegenseitig weiter. Es gibt einen Kubuntuchat, ein Kubuntuforum usw. usw. Außerdem ist eigentlich ein großer Haufen an Dokumentation in From sogenannter "Howto´s", "Manpages" und "Info-Dokumenten" vorhanden. Einzig ein wenig Zeit und die Fähigkeit zu lesen müssen vorhanden sein und dem vergnügen steht nichts mehr im Wege.

Meine Kubuntu Installation:

Ich bekam von einem Arbeitskollegen eine Kubuntu-DVD. Er spielte ebenfalls mit dem Gedanken umzusteigen und kopierte mir netterweise die DVD. (Übrigens: hab ich schon erwähnt, dass man das völlig legal darf, weil Kubuntu unter der GPL veröffentlicht wird?) Nun: er hat es bis heute noch nicht installiert... egal.

Als ich also daheim ankam und meinen Rechner mal wieder betrachtete, wie er da so vor sich hinknechtete und ich fast in Tränen ausbrach, weil das bislang installierte Betriebssystem furchtbar langsam war und dauernd neugestartet werden musste und auch sonst einige Schwierigkeiten hatte, wie z. B. Viren, spyware, adware, trojaner und anderen Seuchen, entschloss ich mich nun endlich die Radikalkur durchzuführen, die schon so lange überfällig war. Ich öffnete also das Gehäuse meines Pc´s, baute die neu erworbene 250 GB Festplatte ein und startete von der DVD. Ein freundlicher Blauer Schriftzug empfing mich: KUBUNTU...

Toll! Darunter stand ein Auswahlmenü. Englischsprachig. Weiter unten stand dann F2=language. Klasse! Also F2 gedrückt und "deutsch" ausgewählt. Ich landete wieder in dem Menü und ja, es war nun ganz klar und deutlich in deutschen Lettern verfasst. Also wählte ich nun "Kubuntu starten oder installieren".

Gesagt getan - Es dauerte ein kleines Weilchen und ich landete in einer grafischen Benutzeroberfläche. Auf dem Desktop prangte ein Button "Install". Ich dachte so bei mir: Also erstaml solltest Du die neue Platte partitionieren. Gedacht - getan. Über das "Startmenü" gelangte ich zu einem Partitionierungsprogramm. Nachdem die Aufteilung der Festplatte und die Formatierung der Partitionen vorgenommen war, startete ich den "Install" vom Desktop. Einige simple Fragen beantwortet und schon ratterte die Kiste los. Der zeitaufwändigste Teil der Installation war der Download des deutschen Sprachpaketes. Nach ungefähr 45 min hatte ich ein komplettes Betriebssystem mit den wichtigsten Programmen installiert. Komplett auf Deutsch! Ein komplettes Officepaket, ein Emailprogramm, ein Chatprogramm, ein Internetbrowser, einen Multimediaplayer... Wow - das ist schon mehr als Microsoft mitliefert. Aber damit nicht genug, es sind noch unglaublich viele andere Dinge installiert, die ich noch garnicht gesehn habe. Ok - das wichtigste zuerst testen: komm ich online? Google.de antwortete sofort.. toll! Was ist mit Musik? Internetradio aufgemacht - läuft... MP3´s? Hoppla - Fehlanzeige... Aufgrund lizenzrechtlicher Hintergründe werden nicht alle Codecs mitgeliefert. Aber auch kein Problem - dank Google fand ich innerhalb von wenigen Minuten die entsprechenden Schritte, die man ausführen muss um in den Genuss von Klängen im Mp3-format zu gelangen. Tja, fast perfekt... wenn die Töne jetzt auch noch aus allen Lautsprechern meiner 5.1 Anlage kämen. (Bis heute noch nicht wirklich gelöst...) Nach einer diesmal etwas längeren Zeitspanne der Recherche ohne Ergebnis, entschied ich micht die integriere Upmix-Funktion meiner Anlage zu nutzen. Hierbei wird ein Stereosignal umgerechnet und auf die Kanäle der 5.1 Anlage verteilt. Dadurch verringert sich allerdings die Qualität ein wenig. Egal, ich hab wenigstens wieder Bass und alle 6 Boxen geben was von sich.

Wie sieht es denn aus mit Filesharing? hmm - da gibts doch bestimmt auch was nettes.. richtig. Bin auch schnell fündig geworden. Dummerweise scheint genau diese Softwarepaket einige Schwierigkeiten zu machen. Naja, ich möchte hier jetzt nicht näher darauf eingehen, aber im Endeffekt war meine komplette Paketverwaltung unbrauchbar, d. h. im Klartext: ich konnte weder Software installieren noch deinstallieren. Nach ca. 4 Stunden rumgefrickel mit einem netten Menschen aus dem Kubuntu-Chat gab ich auf und installierte lieber das ganze System neu. Eine Dreiviertelstunde später lief ein frisch installiertes Kubuntu auf meinem Rechner. Alles nochmal eingerichtet, 15 min später... erneut das filesharing tool installiert -gleiches Problem. Kubuntu wieder neu installliert. Vergiss einfach das es dieses Programm gibt! Es gibt glücklicherweise noch viele andere Programme für diesen Zweck.

Fazit: eigentlich ein geniales Betriebssytem, das kinderleicht zu installieren ist. Jemand, der sich mit Linux gut auskennt wird vielleicht eine Rootshell vermissen. Diese ist jedoch aus logischen und sicherheitstechnischen Aspekten standardmäßig deaktiviert.

DamnSmallLinux - DSL

DamnSmallLinux ist eine Distribution, die versucht auf 50 MB Speicherplatz soviel sinnvolle Software wie möglich zu packen. DSL startet von CD, von USB-Stick oder der Festplatte und stellt dann ein komplettes Betriebssystem mit allen Dingen, die man im täglichen Leben so braucht, bereit. Grafische Benutzeroberfläche, Medienapspieler, Editoren, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Emailprogramm, Webbrowser, FTP-Programm, Filesharingtools, ... Alles ist da! Und es ist nebenher noch seeeeehr sparsam, was die Systemresourcen angeht. Ich lasse es auf einem alten Laptop laufen:

Pentiumprozessor - 150 Mhz
64 MB RAM
1 GB Festplatte

Schade ist, dass ich bereits den für dieses Modell größtmöglichen Arbeitsspeicher in dem Notebook verbaut habe, da DSL ab 128 MB RAM komplett im Arbeitsspeicher laufen kann und dann unglaublich schnell ist! Und damit meine ich RICHTIG schnell - wenn Du eine Anwendung startest, ist quasi schon offen, bevor dein Finger die Maustaste wieder loslässt...

Diese Distribution hat einige Besonderheiten, die man sich einmal näher anschauen sollte.

DAMNSMALLLINUX-Webseite

 
Das Betriebssystem GNU/Linux
Geschrieben von: Sven Klingen   
Sonntag, den 24. Januar 2010 um 08:43 Uhr

Das System

 

Das Betriebssystem kann man sich (vereinfacht gesagt) vorstellen, wie einen Legobaukasten. Es gibt verschiedene Bausteine, die man aufeinander setzen kann um das System seinen Wünschen anzupassen. Dies wird als modularer Aufbau bezeichnet.

In der absoluten Minimalkonfiguration benötigt ein solches Betriebssystem folgende Komponenten:

- Den "Kernel"

- Das sogenannte "Root-Dateisystem"

Das reicht freilich noch nicht aus um etwas sinnvolles zu tun, ist jedoch das absolute Minimum das benötigt wird, um das System anschließend zu erweitern.

Weiterlesen...
 


Anzeigen

 

Feed-Anzeige

heise online Top-News
Nachrichten nicht nur aus der Welt der Computer
  • Brüssel will schärfer gegen Copyrightverstöße im Web vorgehen
    Die EU-Kommission hat einen ersten Fahrplan zur Novellierung der umstrittenen Richtlinie zur Durchsetzung der Rechte an immateriellen Gütern veröffentlicht, wonach sie etwa Provider stärker in die Pflicht nehmen will.
  • Der Versuch eines viralen Hacks
    Ausgerechnet die biedere Automarke Dacia buhlt derzeit mit einem fast schon verzweifelt wirkenden Trick um mehr Aufmerksamkeit: Man tut, als wäre die eigene Web-Site gehackt worden.
  • BMWI-Studie hält "Two Strikes"-Modell für geboten
    Eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Untersuchung plädiert für die Einführung eines Systems der "abgestuften Erwiderung" auf Rechtsverletzungen beim Filesharing. Der Einbezug von Providern sei zulässig.